Ein Wissenschaftler muss für Monate nach Lübbenau, fort von Frau und Sohn. Damit der kleine Matthias den Abschied verschmerzt, verspricht der Vater einen langen Brief pro Woche, und er hält Wort. Sieben Briefe werden es, geschrieben aus der Untermiete bei einem alten Spreewälder namens Krüger, und aus dem Trostpflaster für ein trauriges Kind wird beinahe eine kleine Enzyklopädie der Landschaft.
Ursula Ullrich erzählt von Gurken und Meerrettich, vom Kahn-Briefträger, der Brot und geflickte Schuhe zu den wasserumspülten Gehöften staket, vom Sauerkrautstampfer im Riesenfass, von der Eiszeit, die das Land formte, von den Sorben und ihrer Geschichte, von Nixen und kopflosen Nachtjägern. Und immer wieder von einer Frage, die für ein Kinderbuch von 1985 ungewöhnlich offen verhandelt wird: Wie viel Fortschritt verträgt eine Landschaft? Der Vater stellt der technisch machbaren Modernisierung die überlieferte Lösung gegenüber, mal mit Bedauern, mal aus Vernunft, und auch der Braunkohletagebau mit seinem menschlichen Preis bleibt nicht unausgesprochen.
Rudolf Peschel, Schüler von Werner Klemke und selbst Holzschneider, illustrierte den Band mit zwei Bildsprachen: traumhaft verschachtelten Naturkunde-Vignetten und nüchternen Ortsansichten samt zwei Stadtplänen von Lehde und Lübbenau. Siebenter Band der Reihe „Querlandein“, Verlag Junge Welt, mit der originalen Faltkarte.


