Horst Beseler: Auf dem Fluge nach Havanna
Bibliografische Daten
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Autor: Horst Beseler
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Illustrationen: Gertrud Zucker
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Verlag: Der Kinderbuchverlag Berlin
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Erscheinungsjahr: 1975
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Druck: Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden
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Umfang: 68 Seiten
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Lesealter: Für Leser von 9 Jahren an
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Ehemaliger Preis: EVP 1,75 M
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Bestellnummer: 629 176 3
Inhaltsangabe Die Erzählung spielt an einem heißen Sommernachmittag in einem Berliner Hinterhof. Eine Gruppe von Kindern ist mit der Reparatur eines Fahrradschlauchs beschäftigt, als der sowjetische Diplomat Borissow auftaucht. Er befindet sich auf der Durchreise nach Havanna und sucht nach einem Rudolf Engelke, den er seit der gemeinsamen Flucht aus einem Gestapo-Kerker vor 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Kinder, für die Herr Engelke lediglich der unscheinbare Nachbar und Klempner von nebenan ist, werden unerwartet mit der lebendigen Geschichte konfrontiert. Durch eine groß angelegte Suchaktion, an der sich auch die Volkspolizei beteiligt, kommt es im letzten Moment vor Borissows Abflug zum Wiedersehen der beiden alten Widerstandskämpfer. Die Erzählung schließt mit der Erkenntnis der Kinder über die weltweite humanistische Verbundenheit und den Wert alltäglicher, unprätentiöser Solidarität.
Literaturwissenschaftliche und gestalterische Einordnung Der Band ist ein charakteristisches Beispiel für die DDR-Kinderliteratur der 1970er Jahre, die historische Themen (antifaschistischer Widerstand) mit dem Konzept des proletarischen Internationalismus (Havanna, Moskau) und der kindlichen Lebensrealität verknüpft. Horst Beseler („Käuzchenkuhle“) dekonstruiert dabei eine rein museale Heldenverehrung zugunsten eines aktiven, alltäglichen Humanismus, symbolisiert durch den alten grünen Werkzeugkasten des Handwerkers Engelke.
Die visuelle Gestaltung durch Gertrud Zucker prägt das Buch maßgeblich. Die Illustrationen sind im zweifarbigen Druckverfahren (Schwarz/Ocker) ausgeführt. Zuckers charakteristischer, dynamischer bis unruhiger Tuschestrich fängt sowohl die psychologische Spannung der Kinder als auch die historische Schwere der Thematik stilisiert und expressiv ein.



