Ein Märchenschatz aus der Frühzeit der DDR: „Gaben der Völker“ – Herausgegeben von Hellmut Herda, mit Illustrationen namhafter Künstler
Wir präsentieren Ihnen eine wahre Rarität und ein kulturelles Zeitzeugnis: „Gaben der Völker“, herausgegeben von Hellmut Herda und 1952 im VEB Verlag Neues Leben Berlin erschienen. Dieses wunderschön gestaltete Buch ist nicht nur eine umfassende Sammlung von Volksmärchen aus aller Welt, sondern auch ein bedeutendes Dokument der Buchkunst und Verlagspolitik der jungen Deutschen Demokratischen Republik.
Die Faszination des Inhalts: Eine Reise durch die Welt der Märchen
Unter dem Titel „Gaben der Völker“ versammelt Hellmut Herda eine reiche Auswahl an Erzählungen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Von bekannten europäischen Märchen bis hin zu exotischen Geschichten aus Asien und Afrika bietet dieses Werk einen faszinierenden Einblick in die universelle Welt der Mythologie und Folklore. Die Märchen sind liebevoll neu erzählt und für ein junges Publikum aufbereitet, ohne ihren ursprünglichen Zauber zu verlieren. Sie vermitteln Werte wie Gerechtigkeit, Mut und Menschlichkeit und fördern zugleich das Verständnis für andere Kulturen – ein Anliegen, das in der Nachkriegszeit und in der frühen DDR eine besondere Bedeutung hatte.
Der Herausgeber: Hellmut Herda – Meister der Folklore
Hellmut Herda (1906–1983) war ein anerkannter Autor, Übersetzer und Herausgeber in der DDR, der sich besonders der Bewahrung und Vermittlung von Sagen, Mythen und Märchen widmete. Seine Fähigkeit, traditionelle Stoffe neu zu interpretieren und zugänglich zu machen, zeichnete ihn aus. „Gaben der Völker“ ist ein Paradebeispiel für seine Arbeit und zeigt sein Engagement für internationale Völkerverständigung durch Literatur. Herda trug maßgeblich dazu bei, dass klassische Erzählungen einem breiten Lesepublikum zugänglich gemacht wurden.
Der Verlag Neues Leben: Eine Institution der DDR-Jugendliteratur
Der VEB Verlag Neues Leben, 1947 in Berlin gegründet, avancierte schnell zu einem der wichtigsten Verlage für Kinder- und Jugendliteratur in der DDR. Als eine der frühen Publikationen des Verlages aus dem Jahr 1952 ist „Gaben der Völker“ ein prägnantes Beispiel für das kulturelle Selbstverständnis der DDR in ihren Anfangsjahren. Der Verlag verfolgte das Ziel, hochwertige und zugleich ideologisch unbedenkliche Literatur zu publizieren, die junge Leser unterhalten und bilden sollte. Bücher wie dieses sind heute begehrte Sammlerstücke und Zeugnisse einer vergangenen Ära der deutschen Verlagsgeschichte.
Die Kunst der Illustration: Ein Fest für die Augen
Das besondere Highlight dieser Ausgabe ist die außergewöhnliche künstlerische Gestaltung. Der Einband und Teile der Illustrationen stammen von Ursula Wendorff-Weidt (1919–2000), deren unverwechselbarer Stil das Buch zu einem Blickfang macht. Sie war eine der bekanntesten Buchgestalterinnen und Illustratorinnen der DDR. Ergänzt werden ihre Arbeiten durch die Beiträge von Hilde Köppen (geb. 1909) und dem berühmten Kinderbuchillustrator Gerhard Goßmann (1912–1994), dessen Zeichnungen unzähligen DDR-Kindern unvergesslich sind. Diese Künstlergrößen verleihen den Märchen nicht nur Farbe und Form, sondern auch eine zusätzliche Ebene der Interpretation und des Charmes, die das Buch zu einem Gesamtkunstwerk macht. Die aufwendige Reprographische Gestaltung und der Satz in Garamondtype durch das Kollektiv Neues Leben sowie der Druck durch C.G. Röder in Leipzig unterstreichen die hohe Qualität der Buchproduktion jener Zeit.
Historische Bedeutung und Sammlerwert
Als frühe Lizenzausgabe (Genehmigungs-Nr. 303/30/52) des Amtes für Literatur und Verlagswesen der DDR stellt dieses Buch nicht nur eine schöne Märchensammlung dar, sondern auch ein wertvolles Stück DDR-Kulturgeschichte. Es ist ein Muss für Sammler von DDR-Literatur, Liebhaber alter Kinderbücher, Märchensammlungen und für alle, die sich für die Entwicklung der Buchkunst im Nachkriegsdeutschland interessieren. Ein Buch, das sowohl zum Lesen als auch zum Betrachten einlädt und in keiner anspruchsvollen Sammlung fehlen sollte.


