Inhalt: Der Mäusejunge Robert Spitzohr geht in die zweite Klasse und wohnt im achtzehnten Mäusestockwerk eines Hochhauses – zwischen den Menschenstockwerken. Normalerweise versteht er sich gut mit seinen Eltern und treibt allerlei Scherze. Doch eines Tages sind die Eltern gestresst, und als Robert wieder mit Indianergeheul aus seinem Versteck springt, bekommt er eine Ohrfeige. Er flieht aufs Dach, begegnet einer Elster und seiner Klassenkameradin Rita Nagezahn, und findet am Ende den Weg zurück nach Hause. Eine einfühlsame Mäuseparabel über Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit und die Frage, warum auch Eltern manchmal falsch handeln.
Autor: Peter Abraham (1936–2015) war einer der bekanntesten Kinderbuchautoren der DDR. Sein berühmtestes Werk, „Das Schulgespenst“ (1975), wurde 1986 von der DEFA verfilmt. Abraham studierte Filmdramaturgie in Potsdam-Babelsberg und lebte ab 1976 als freier Schriftsteller in Potsdam. Er schrieb über dreißig Bücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden und Millionenauflagen erreichten. Er war Träger des Nationalpreises der DDR und des Alex-Wedding-Preises.
Illustrationen: Gertrud Zucker (*1936), Schülerin von Werner Klemke und Arno Mohr, gestaltete über hundert Kinderbücher. Im Gegensatz zu ihren sonst farbenfrohen Arbeiten sind die Illustrationen dieses Buches ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten – expressive Federzeichnungen und Schraffuren, die das Innenleben eines Hochhauses als labyrinthisches Rohrsystem zeigen. Trägerin des Heinrich-von-Kleist-Preises und des Hans-Baltzer-Preises.
Historischer Kontext: Erschienen 1983 im Kinderbuchverlag Berlin, dem zentralen Verlag für Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Das Buch greift ein Thema auf, über das in der DDR öffentlich wenig gesprochen wurde: Gewalt in der Erziehung. In einer Mäuseparabel für Kinder ab fünf Jahren werden Fragen nach Gerechtigkeit und dem Umgang mit elterlicher Überforderung kindgerecht verhandelt.
Erhaltungszustand: Sehr gut. Kaum Gebrauchsspuren.


