Produktdetails und historischer Kontext
Das Buch „Vom Feuertier und den Wildpferdjägern“ ist ein Paradebeispiel für das erzählende Sachbuch der DDR. Erschienen im renommierten Kinderbuchverlag Berlin, verknüpft es prähistorische Fakten mit fiktionalen Erzählungen, um jungen Lesern die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft greifbar zu machen. Dem Werk lag eine fachwissenschaftliche Beratung durch Dr. Wolfgang Padberg (Pädagogische Hochschule Potsdam) zugrunde, um den damaligen Stand der Paläontologie und Geschichtsforschung abzubilden.
Inhaltlicher Aufbau
Das Buch gliedert sich in vier abgeschlossene, aber chronologisch aufeinander aufbauende Erzählungen, die entscheidende Epochensprünge der Menschheitsgeschichte markieren:
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Das Feuertier: Diese Erzählung widmet sich dem Homo erectus pekinensis vor etwa 400.000 Jahren. Im Zentrum steht die Überwindung der Urangst vor den Naturgewalten. Die Aneignung und Bewahrung des Feuers wird hier als erster großer Schritt der Naturbeherrschung und Emanzipation des Menschen dargestellt.
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Die Wildpferdjäger: Ein zeitlicher Sprung in das Vorland der Pyrenäen vor etwa 14.000 Jahren. Die Geschichte begleitet eiszeitliche Jäger und Sammler (Cro-Magnon-Menschen). Thematisiert werden die komplexe soziale Struktur der Sippe, die Entwicklung hochspezialisierter Waffen (Pfeil, Bogen, Speerschleuder), rituelle Handlungen (Jagdzauber durch den Schamanen Ogi) und die Bedeutung kollektiver Solidarität beim Überlebenskampf.
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Die Kinder Sumuts: Diese (im Fotomaterial angedeutete) Erzählung behandelt die Neolithische Revolution vor rund 6.000 Jahren. Sie schildert den gravierenden gesellschaftlichen Wandel von nomadisierenden Jägern hin zu sesshaften Bauern, die Ackerbau und Viehzucht betreiben.
Pädagogischer Fokus und Gestaltung
Inhaltlich transportiert das Werk das marxistische Geschichtsbild der DDR-Pädagogik: Die Entwicklung vom Tier zum Menschen vollzieht sich primär durch gemeinschaftliche Arbeit, den strategischen Gebrauch von Werkzeugen und den Zusammenschluss zum Kollektiv. Der Einzelne ordnet sich dem Überleben der Sippe unter.
Visuell wird das Buch durch die Illustrationen von Gerhard Preuß geprägt. Die Aquarelle zeichnen sich durch einen hohen Realismus aus. Sie verzichten auf verniedlichende Darstellungen und zeigen die Urzeit als rauen, gefährlichen Lebensraum. Diese teils düstere und sehr dynamische Bildsprache ist ein charakteristisches Merkmal dieses Buches.
Bibliografische Angaben
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Titel: Vom Feuertier und den Wildpferdjägern. Vier Erzählungen über die Urgesellschaft.
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Autorin: Gerda Rottschalk
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Illustrationen: Gerhard Preuß
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Verlag: Der Kinderbuchverlag Berlin – DDR
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Auflage: 2. Auflage, 1982
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Altersempfehlung (historisch): Für Leser von 9 Jahren an
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Bestell-Nummer: 630 658 2
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LSV: 7812
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Einband: Hardcover
Untertitel: Vier Erzählungen über die Urgesellschaft
Bemerkung: Autor und Verlag danken Herrn Dr. Wolfgang Padberg, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Potsdam, für seine fachwissenschaftliche Beratung.
Besonderheiten: Buch in der DDR erschienen.









