Inhalt: Der historische Roman „Nächte am Orinoco“ erzählt die Lebensgeschichte des französischen Naturforschers Aimé Bonpland (1773–1858), des langjährigen Reisegefährten Alexander von Humboldts. Ausgangspunkt der Erzählung ist das Jahr 1829: Bonpland befindet sich im achten Jahr seiner Gefangenschaft in Paraguay unter dem Diktator Francia. Von hier aus entfaltet sich in Rückblenden sein bewegtes Leben — die berühmte Forschungsreise mit Humboldt durch Venezuela und entlang des Orinoco, die Begegnung mit Simón Bolívar, die Rückkehr nach Europa und der unwiderstehliche Sog, der ihn immer wieder nach Südamerika zurückzog. Der Roman verbindet Abenteuer, Wissenschaft und den Kampf gegen Kolonialismus und Sklaverei.
Autorin: Ann-Charlott Settgast (1921–1988) war eine Schweriner Schriftstellerin, die vor allem historische Romane und Jugendbücher verfasste. Ihre Werke behandeln Persönlichkeiten wie Johann Gutenberg, Hans Sachs und Johannes Kepler. 1961 wurde sie mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis ausgezeichnet. Sie veröffentlichte insgesamt 21 Bücher, vorwiegend beim Petermänken-Verlag Schwerin.
Illustrationen: Horst Schönfelder stattete das Buch mit zahlreichen Federzeichnungen aus, die südamerikanische Landschaften, tropische Pflanzen und Tiere sowie Szenen aus dem Leben Bonplands zeigen. Schönfelder war Settgasts bevorzugter Illustrator und gestaltete auch den atmosphärischen Schutzumschlag mit einer Mondnacht über einem tropischen Fluss.
Historischer Kontext: Das Buch erschien 1963 im Petermänken-Verlag Schwerin. Historische Romane über Naturforscher und antikoloniale Befreiungsbewegungen waren in der DDR-Literatur ein geschätztes Genre. Die Gesamtherstellung des Buches erfolgte bei Philipp Reclam jun. in Leipzig.
Erhaltungszustand: Gut. Papierschutzumschlag mit Randläsuren und Einrissen. Papier altersbedingt leicht gebräunt, Buchblock fest und intakt.


