Produktdetails und bibliografische Angaben
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Titel: Die kleine Stadt
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Autor: Heinrich Mann
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Verlag: Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
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Erscheinungsjahr: 1986 (4. Auflage dieser Ausgabe)
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Herausgeber: Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik
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Redaktion: Sigrid Anger
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Bearbeitung des Bandes: Gotthard Erler
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Einbandgestaltung / Schutzumschlag: Helmut Wengler
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Druck und Bindung: Karl-Marx-Werk, Graphischer Großbetrieb, Pößneck (Printed in the German Democratic Republic)
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Einband: Gebundene Ausgabe (Leinen)
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Sprache: Deutsch
Inhalt des Romans
Der 1909 erschienene Roman „Die kleine Stadt“ spielt in einer namentlich nicht genannten italienischen Provinzstadt (inspiriert von Heinrich Manns Aufenthalten in Palestrina). Die festgefahrene und ruhige Ordnung der Stadt wird durch die Ankunft einer fahrenden Operntruppe durchbrochen. Die Künstlerwelt mit ihren eigenen moralischen und emotionalen Vorstellungen trifft auf die bürgerliche Gesellschaft.
Dieses Ereignis wirkt als Katalysator für bereits schwelende Konflikte. Die Stadt spaltet sich zusehends in zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die liberalen, fortschrittlichen Kräfte unter der Führung des Advokaten Belotti, die die Künstler freudig empfangen. Auf der anderen Seite formiert sich der Widerstand der konservativ-klerikalen Kreise, angeführt von dem Priester Don Taddeo, die in den Gästen eine Gefahr für Sitte und Religion sehen.
Literarischer und historischer Kontext
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Thematische Schwerpunkte: Der Roman ist eine detaillierte Studie der Massenpsychologie. Heinrich Mann beschreibt die Stadtgesellschaft fast wie einen antiken Chor, dessen Stimmungen zwischen Euphorie, Eifersucht und Gewaltbereitschaft schwanken. Gleichzeitig wird das Werk in der Literaturwissenschaft häufig als Heinrich Manns „Utopie der Demokratie“ gelesen, da es die Aushandlungsprozesse gesellschaftlicher Werte thematisiert.
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Zur vorliegenden Ausgabe: Die Edition aus dem Aufbau-Verlag von 1986 steht im Kontext der DDR-Literaturpolitik. Heinrich Mann genoss in der DDR als profilierter bürgerlicher Antifaschist und Kritiker des Kaiserreichs hohes Ansehen; er war 1950 zum ersten Präsidenten der (Ost-Berliner) Deutschen Akademie der Künste gewählt worden. Die Ausgaben der Akademie der Künste gelten als sorgfältig edierte und textkritisch fundierte Standardwerke.


