Inhalt: Ein populärwissenschaftliches Sachbuch zur Festkörperphysik, das den scheinbaren Widerspruch im Titel zum Programm macht: Kristalle sind das Vollkommenste, was die Natur hervorbringt, doch gerade gezielte Störungen ihrer atomaren Struktur bestimmen die Eigenschaften unserer wichtigsten Werkstoffe. Von den ersten Atommodellen über die Kristallographie bis zur Mikroelektronik entfaltet das Buch, wie aus „Dreckphysik“ die Schlüsseltechnologie der Halbleiterindustrie wurde. Mit zahlreichen Experimentieranleitungen zum Selbermachen (Kristallzucht mit Einweckglas und Plattenspieler) und großformatigen Farbbildtafeln zu Naturkristallen, Edelsteinen und Spitzenforschung.
Autoren: Erich Große und Christian Weißmantel, ein eingespieltes Autorenduo der DDR-Populärwissenschaft, bekannt vor allem durch das Experimentierbuch „Chemie selbst erlebt“. Weißmantel (1931–1987) war Festkörperphysiker, Inhaber des Lehrstuhls für Festkörperphysik an der TH Karl-Marx-Stadt, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR und ab 1982 Vizepräsident der Urania.
Historischer Kontext: Erschienen 1979, zwei Jahre nach den Partei- und Regierungsbeschlüssen von 1977 zur forcierten Entwicklung der Mikroelektronik in der DDR. Das Buch dokumentiert die Aufbruchsstimmung dieses Programms, nennt konkrete DDR-Betriebe (VEB Halbleiterwerke Frankfurt/Oder, Kombinat Mikroelektronik, VEB Carl Zeiss Jena) und liefert damit ein anschauliches Zeitdokument der DDR-Technikgeschichte vor dem späteren Scheitern an CoCom-Embargo und Devisenmangel.
Erhaltungszustand: Gut. Schutzumschlag leicht berieben, sonst keine Mängel.


