Inhalt: Stanisław Lems letzter Science-Fiction-Roman (1987) in der DDR-Erstausgabe des Verlags Volk und Welt, erschienen als Vorzugsausgabe des Buchclubs 65. Ein namenloser Pilot scheitert auf dem Saturnmond Titan, wird vitrifiziert und Jahrzehnte später auf einem interstellaren Raumschiff wiederbelebt – ohne Erinnerung an seinen Namen. Als Mark Tempe nimmt er an einer Expedition zum Planeten Quinta teil, dem einzigen Kandidaten im „Kontaktfenster“ der Galaxis. Was die EURYDIKE und ihr Kundschafterschiff HERMES dort vorfinden, ist keine Botschaft – sondern Verhalten, das sich jeder menschlichen Deutung entzieht. Lems Antwort auf die Frage, warum das Universum schweigt, ist die bitterste und konsequenteste seiner Karriere.
Autor: Stanisław Lem (1921–2006), polnischer Schriftsteller, Philosoph und einer der meistgelesenen Science-Fiction-Autoren weltweit. Bekannt durch „Solaris“ (1961), „Der Unbesiegbare“ (1964) und die Pirx-Erzählungen. „Das Fiasko“ entstand als Auftragsarbeit für den S. Fischer Verlag während Lems kriegsrechtsbedingter Emigration in Wien und wurde sein letzter SF-Roman. Die Übersetzung von Hubert Schumann ist bis heute die maßgebliche deutschsprachige Fassung.
Historischer Kontext: Die DDR-Ausgabe von Volk und Welt (1987) gehört zu den frühesten deutschsprachigen Ausgaben überhaupt – erschienen im Jahr der Entspannungspolitik, kurz vor dem Ende der DDR. Lems fundamentaler Pessimismus gegenüber technischem Fortschrittsglauben und Kontakt-Euphorie steht in bemerkenswertem Kontrast zum politischen Klima des Erscheinungsjahres. Cover-Gestaltung: Schulz/Labowski (Buchclub-65-Vorzugsausgabe). Druck: Karl-Marx-Werk Pößneck.
Erhaltungszustand: Sehr gut. Besitzstempel im Vorsatz.


