Der große Bildatlas des Menschen in der Vorzeit von Jan Jelínek ist ein Meisterwerk der populärwissenschaftlichen Literatur zur Paläoanthropologie, das 1980 im Artia-Verlag Prag als deutsche Erstausgabe erschien (Leinenband, 560 Seiten, Format 22,5 x 15,5 cm). Als renommierter Prähistoriker und Museumsdirektor in Brünn leitete Jelínek Ausgrabungen an Schlüsselstätten wie Dolní Věstonice und Mladec, was seine Expertise in Mittel- und Jungpaläolithikum authentisch widerspiegelt.
Das Buch beleuchtet die lange Entwicklungsreihe des Homo sapiens von gemeinsamen Vorfahren mit Menschenaffen bis zur Abgrenzung zum modernen Menschen. Es adressiert zentrale Fragen wie die Grenzen zwischen tierischen und menschlichen Linien, basierend auf Fossilien, anatomischen Analysen und archäologischen Entdeckungen. Besonderes Augenmerk liegt auf Zentraleuropas prähistorischen Kulturen, einschließlich Aurignacien, Gravettien und Magdalénien, mit Fokus auf physische Merkmale, Werkzeuge und Felskunst.
Als Bildatlas überzeugt es durch Hunderte hochwertige Illustrationen, Rekonstruktionen und Modelle – oft in Zusammenarbeit mit Künstler Zdeněk Burian –, die Skelettfunde lebendig zum Leben erwecken. Kapitel gliedern sich chronologisch: Australopithecus, Homo habilis, erectus, neanderthalensis bis zum Cro-Magnon-Mensch, ergänzt um Karten, Diagramme und Tabellen zu Migrationen und Klimaveränderungen. Jelínek kontrastiert wissenschaftliche Debatten der 1970er Jahre, etwa zu Multiregionalismus versus „Out-of-Africa“-Hypothese, und macht komplexe Themen zugänglich, auch für Jugendliche.


