Die Frösi-Schatzinsel: Ein illustrierter Sammelband der DDR-Kinderliteratur
Das 1967 im Verlag Junge Welt erschienene Buch „Die Frösi-Schatzinsel“ bündelt ausgewählte Fortsetzungsgeschichten, Bilderserien und Textbeiträge, die ursprünglich in der bekannten DDR-Kinderzeitschrift „FRÖSI“ (Fröhlich sein und singen) publiziert wurden. Die Auswahl und Zusammenstellung übernahm Dieter Wilkendorf, während die grafische Gesamtgestaltung von Alexander Michalak stammt. Das markante Titelbild schuf Prof. Werner Klemke.
Der Band zeichnet sich durch seine didaktisch durchdachte Mischung aus Abenteuerliteratur und polytechnischer Wissensvermittlung aus. Komplexe historische und ökonomische Zusammenhänge werden durch renommierte ostdeutsche Autoren und Grafiker in kindgerechte, visuell ansprechende Bildergeschichten übersetzt.
Inhaltliche Schwerpunkte und enthaltene Geschichten:
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Klaus Störtebeker und seine Gesellen: Eine Adaption nach Motiven von Willi Bredels „Die Vitalienbrüder“ (Text: Ursula Sturm, Zeichnungen: Lothar Paul), die den historischen Konflikt zwischen Fischerknechten und Feudalherren thematisiert.
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Der Lebensweg der Münze Monni: Ein von Manfred Streubel in Versform verfasster und von Werner Klemke illustrierter Exkurs in die politische Ökonomie. Die Geschichte erklärt die Entstehung des Geldes aus dem Warentausch, die Arbeitswertlehre sowie die historische Entwicklung von der Urgesellschaft bis zum Kapitalismus.
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Gullivers wundersame Reisen: Eine kondensierte, bildgewaltige Nacherzählung des Klassikers von Jonathan Swift (Text: Ingeborg Feustel, Zeichnungen: Herta und Jürgen Günther), eingebettet in eine Kritik am frühen englischen Kolonialismus.
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Wie die Mathematik in die Welt kam: Ein populärwissenschaftliches Meisterwerk des Lyrikers Rainer Kirsch, illustriert von Herta und Jürgen Günther. Auf Seiten, die einem klassischen Schulheft nachempfunden sind, wird die historische Genese der Mathematik – vom Zählen mit Fingern bis hin zum Stellenwertsystem und den Rechenmaschinen – anschaulich und humorvoll hergeleitet.
Besonderheiten des Buches: Ein typisches Merkmal dieses FRÖSI-Sammelbandes sind die interaktiven Rätsel-Elemente. Auf den Titelseiten der jeweiligen Geschichten befinden sich grafische Fragmente, die ursprünglich durch das Auflegen einer separaten Papierschablone („Wegweiser“) entschlüsselt werden mussten, um Autorennamen oder Lösungsbegriffe lesbar zu machen.
Dieser Sammelband ist ein zeithistorisch relevantes Dokument ostdeutscher Publikationsgeschichte und ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Bildungsauftrag und kindliche Unterhaltung in der DDR-Buchkunst miteinander verwoben wurden.


