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	<title>Mosaik &#8211; shop.ddrbuch.de</title>
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	<description>Unser DDR-Buch An- und Verkauf</description>
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		<title>Landung auf dem Fußballplatz oder Was willst du werden? — 8000 Gedichte zum Selbermachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 09:42:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein kombinatorisches Klappbuch aus dem Verlag Junge Welt, 1979: Zwanzig Berufsseiten — vom Volkspolizisten bis zur polyglotten Sekretärin —, jede horizontal in drei Streifen geschnitten. Wer kombiniert, erhält 8.000 mathematisch mögliche Reimgedichte. Gottfried Herolds präzise Verse und Gerhard Rappus' aus dem Mosaik-Geist gespeiste Aquarelle schaffen aus einem staatlichen Berufsorientierungsbuch eine spielerische Anarchie. Eine buchgestalterische Glanzleistung des Spätsozialismus, hergestellt im Sachsendruck Plauen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kinderbuch, das mit drei sauberen Schnitten die DDR-Arbeitswelt in achttausend Gedichte zerlegt: Gottfried Herolds und Gerhard Rappus&#8216; <em>Landung auf dem Fußballplatz oder Was willst du werden?</em>, 1979 im Verlag Junge Welt erschienen, ist eines der außergewöhnlichsten Klappbücher des Spätsozialismus. Jede der zwanzig Berufsseiten ist horizontal in drei Streifen geschnitten — Kopf, Mittelteil, Beine —, und wer kombiniert, erhält 8.000 mathematisch mögliche Reimgedichte, die alle syntaktisch tragen und metrisch funktionieren.</p>
<p>Auf dem Cover landet ein Volkspolizist mit Schirmmütze, Trillerpfeife und Blumenstrauß am Fallschirm auf einem Fußballplatz, während um ihn herum eine Krankenschwester, ein Gärtner mit übergroßer Karotte und eine Köchin mit Geburtstagstorte vom Himmel schweben. Im Inneren stellen Herolds Verse zwanzig DDR-Berufe vor: Polizist, Maurer, Förster, Hochseefischer, Tischler, Bäcker, Melker, Trainerin, Sekretärin, Krankenschwester, Frisöse, Töpferin, Kindergärtnerin, Ärztin, Serviererin, Gärtnerin und weitere. Die Berufsbilder spiegeln die ideologische Architektur des Landes — vom HO-Schiffchen der Serviererin über den Olympia-Drill der Trainerin bis zum Melkkarussell des LPG-Melkers. Doch keiner dieser Berufler ist ein glatter Plakatheld. Der Maurer prüft hyperakkurat „sechzigmal am Tage die Mauer mit der Wasserwaage&#8220;, der Bäcker trägt eine über und über bekleckerte Schürze, die Sekretärin lernt „aus Spaß jetzt noch Japanisch&#8220;.</p>
<p>Gerhard Rappus, der Illustrator, hatte seine prägende Werkstatt in den frühen sechziger Jahren bei der legendären Comic-Zeitschrift <em>Mosaik</em> — und diese Comic-Sozialisation ist im Buch unübersehbar: panel-haft dynamische Figuren, fliegende Buchstaben um die Sekretärin herum, Sprenkel und Kleckse auf Bäcker- und Frisösen-Kitteln, lockeres Aquarell mit tuschiger Strichführung. Gottfried Herold, einst technischer Zeichner, schreibt eine Kinderlyrik, die nie die Bodenhaftung verliert, auch wenn sie ins Surreale kippt: Der Gärtner bringt „mit großen Mühen sogar den Gartenschlauch zum Blühen&#8220;, die Krankenschwester pflegt „mit Liebe selbst abgestürzte Kirschendiebe&#8220;.</p>
<p>Die eigentliche Sprengkraft entfaltet sich erst beim Kombinieren. Wer den Kopfstreifen des Polizisten zur Frisösen und die Beine zur Sekretärin schlägt, bekommt einen polyglotten Friseur-Polizisten — und das Gedicht trägt. Achttausend Mal kann das Kind die feste Zuordnung von Person und Tätigkeit zerlegen und neu zusammensetzen. Diese Botschaft steht in keinem Vorwort, in keinem direkten Satz. Sie liegt in der Konstruktion. Druckgenehmigung 715/6/79, sauber bewilligt vom Ministerium für Kultur, hergestellt im Grafischen Großbetrieb Sachsendruck Plauen — und durch die FDJ-Hauspforte gegangen, weil Kinderbücher als ideologisch ungefährlich galten.</p>
<p>Acht Mark der DDR kostete das Buch im Jahr 1979 — ein Vielfaches dessen, was Pioniertaschenbücher gewöhnlich kosteten. Die Mehrkosten für die drei Schnitte hat der Sachsendruck Plauen sich nicht ausgedacht. Sie waren die Voraussetzung für jene 8.000 Gedichte. Heute ist das Buch eine begehrte Rarität — gut erhaltene Erstauflagen sind selten, weil das Klappformat bei Kindern stark beansprucht wurde. Wer es als Sammler entdeckt, sieht eine buchgestalterische Glanzleistung des Spätsozialismus, gezeichnet von einem ehemaligen <em>Mosaik</em>-Koloristen, getextet von einem ehemaligen technischen Zeichner.</p>
<p><strong>Bibliografische Angaben:</strong> Gottfried Herold (Text), Gerhard Rappus (Illustrationen und Einbandgestaltung). Verlag Junge Welt, Berlin. 1. Auflage 1979. Lektor: Marita Wetzstein. Typografische Gestaltung: Christine Petzak. Druckgenehmigungsnummer 715/6/79. LSV 7823. Bestellnummer 683 303 2. Gesamtherstellung: Grafischer Großbetrieb Sachsendruck Plauen. Originalpreis 8,– M. Für Kinder ab 5 Jahren. Format: Klappbuch mit horizontal in drei Streifen geschnittenen Seiten.</p>
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