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	<title>Ethnographie &#8211; shop.ddrbuch.de</title>
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		<title>Ein australischer Robinson &#8211; William Buckley / Helmut Reim</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 08:40:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Lebensgeschichte des englischen Sträflings William Buckley (1780–1856), der 1803 aus der Strafkolonie an der Port-Phillip-Bay floh und 32 Jahre unter den Wathaurung-Aborigines lebte. Sein Augenzeugenbericht, 1850 von John Morgan aufgezeichnet, ist die einzige umfangreiche Quelle über diesen ausgerotteten Stamm und eine ethnographisch fundierte Entlarvung des Batman-Vertrags, mit dem 1835 die Gründung Melbournes scheinbar legalisiert wurde. Der Leipziger Ethnologe Helmut Reim hat den Bericht 1964 für F. A. Brockhaus Leipzig erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und mit einem dichten Apparat aus eckigen Klammern in einen Dialog mit Anthropologie und Kolonialgeschichte gestellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>„Dort wurde er&#8220;, erinnert sich William Buckley fast ein halbes Jahrhundert später, „zweiunddreißig Jahre später von Männern gefunden, die das Land rodeten, um einen Acker anzulegen.&#8220; Ein einziger Satz, der ein ganzes Menschenleben zusammenpresst.</i></p>
<p><b>Worum es geht:</b> Im Jahr 1803 floh der englische Sträfling William Buckley aus der Strafkolonie an der Port-Phillip-Bay in den australischen Busch. Er kehrte erst 32 Jahre später zurück — als der einzige Weiße, der je länger in einem Aborigine-Stamm gelebt hatte, und gerade rechtzeitig, um die Gründung der späteren Stadt Melbourne mitzuerleben. Seine Memoiren, 1850 in Hobart vom Zeitungsredakteur John Morgan aufgezeichnet und 1852 dort gedruckt, sind die einzige umfangreiche ethnographische Quelle über den längst ausgerotteten Wathaurung-Stamm. Der Leipziger Ethnologe Dr. Helmut Reim hat den Bericht für den F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1964 erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und mit einem Apparat aus eckigen Klammern versehen, der den Augenzeugenbericht in einen Dialog mit der modernen Anthropologie und Kolonialgeschichte stellt.</p>
<p><b>Behandelte Themen:</b></p>
<ul>
<li>Der katastrophale Holländische Feldzug 1799, in dem Buckley als Soldat des Vierten Königsregiments verwundet wurde</li>
<li>Die Sträflingsdeportation in das Lager Port Phillip und die Flucht von sechs Männern am 27. Dezember 1803</li>
<li>Die Adoption Buckleys als wiedergekehrter Murrangurk und sein Leben unter den Wathaurung — Heirat, Familie, Bestattungsriten, Sprache, Waffen</li>
<li>Die Rückkehr zur Zivilisation 1835 und die Begnadigung durch Lieutenant-Governor Arthur</li>
<li>Buckleys ethnographisch qualifizierte Entlarvung des Batman-Vertrags vom 6. Juni 1835, mit dem rund 250.000 Hektar Land scheinbar legal an die Port Phillip Association übergingen</li>
<li>Reims Apparat in eckigen Klammern: Quellenkritik, Verwandtschaftsterminologie, Aborigine-Mythologie, kolonialgeschichtliche Einordnung</li>
<li>Das umfangreiche Nachwort als eigenständiger Essay über Geographie, Klima, Flora, Fauna, Anthropologie und politische Lage der Aborigines bis 1962</li>
</ul>
<p><b>Autor und Bearbeiter:</b> John Morgan (ca. 1792–1866) war Journalist und Zeitungsherausgeber in Hobart, Tasmanien. Er hörte um 1850 Buckleys mündliche Erzählung, schrieb sie auf und brachte sie 1852 — gegen erhebliche Widerstände — bei Archibald MacDougall in Hobart zum Druck. Sein Motiv war doppelt: eine wertvolle ethnographische Quelle zu sichern und Buckley zu einem Stück Land oder einer besseren Pension zu verhelfen. Dr. Helmut Reim, Leipziger Ethnologe mit Anbindung an das Museum für Völkerkunde zu Leipzig, hat 1963 die Edition besorgt. Sein Vorwort und vor allem das 28-seitige Nachwort verbinden marxistische Begrifflichkeit mit nüchterner Quellenarbeit; in der Frage der Aborigine-Rechte vertritt er bereits 1963 Positionen, die fünf Jahre vor dem entscheidenden australischen Bürgerrechts-Referendum von 1967 fast prophetisch wirken.</p>
<p><b>Verlag und Tradition:</b> Der F. A. Brockhaus Verlag Leipzig pflegte seit 1923 die Reihe „Alte Reisen und Abenteuer&#8220;, in der historische Reiseberichte mit wissenschaftlichem Apparat einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurden. Reim zitiert ausgiebig Hans Plischke, dessen „Gründung der Strafkolonie Sydney&#8220; 1923 als sechster Band der Reihe erschienen war, und stellt sich damit ausdrücklich in eine Tradition, die quer durch die deutsche Verlagsgeschichte lief. „Ein australischer Robinson&#8220; gehört zu den späten, vielleicht den letzten großen Bänden dieser Tradition. Die Bebilderung ist programmatisch zweischichtig: historische Waffen-Stillleben aus den Sammlungen des Leipziger Museums für Völkerkunde (aufgenommen vom Museumsfotografen M. Breiting) treffen auf aktuelle Feldforschungs-Aufnahmen des Anthropologen Prof. Dr. F. Rose, eines britischstämmigen Australien-Forschers, der in der McCarthy-Ära in die DDR übersiedelte und an der Humboldt-Universität Berlin lehrte.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Gut. Der Schutzumschlag ist etwas berieben und randlädiert; der Buchblock und der Leineneinband sind in solider Verfassung. Das originale Lesebändchen ist vorhanden.</p>
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