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	<title>DDR 1970er &#8211; shop.ddrbuch.de</title>
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	<description>Unser DDR-Buch An- und Verkauf</description>
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		<title>Die Heiden von Kummerow &#8211; Ehm Welk</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/die-heiden-von-kummerow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 09:24:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ehm Welks DDR-Longseller Die Heiden von Kummerow (Hinstorff, 23. Auflage 1975) erzählt vom Bauernjungen Martin Grambauer und seinem Freund Johannes aus dem Armenhaus im vorpommerschen Dorf Kummerow, kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Pastor, Schule und alte heidnische Bräuche prägen ein halbes Jahr voller Schabernack und Klassenwirklichkeit. Ursprünglich 1937 bei Ullstein erschienen, wurde der Roman in der DDR zu einem der meistgedruckten Bücher überhaupt – mit Einband und Illustration von Eberhard Binder-Staßfurt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Im fiktiven vorpommerschen Dorf Kummerow, kurz vor dem Ersten Weltkrieg: Der Bauernjunge Martin Grambauer und sein Freund Johannes Bärensprung, der uneheliche Sohn aus dem Armenhaus, wachsen zwischen Pastor, Schule und alten heidnischen Bräuchen auf. Erzählt wird ein halbes Jahr voller Schabernack, Freundschaft und Klassenwirklichkeit – von der Heiden-Taufe im eiskalten Mühlbach bis zur Ausweisung des alten Kuhhirten. Ein Dorfroman, der die kleinen Leute gegen Pastor, Graf und Obrigkeit stellt, ohne sie zu Heiligen zu verklären.</p>
<p><b>Autor:</b> Ehm Welk (1884–1966), Journalist und Schriftsteller. 1934 wegen eines offenen Briefs gegen Goebbels verhaftet und kurzzeitig im KZ Oranienburg interniert. Nach 1945 Eintritt in die KPD, vielfach geehrt (Nationalpreis der DDR, Ehrendoktor der Universität Greifswald). Die Heiden von Kummerow erschien ursprünglich 1937 bei Ullstein in Berlin und wurde in der DDR zu einem der meistgedruckten Romane überhaupt.</p>
<p><b>Ausstattung:</b> Einband und Illustration von Eberhard Binder-Staßfurt, mit dem charakteristischen orangefarbenen Umschlagmotiv.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Diese 23. Auflage erschien 1975 im VEB Hinstorff Verlag Rostock, lizenziert nach der Erstausgabe von 1937. Die DDR-Gesamtauflage des Romans wird auf über eine Million Exemplare geschätzt – ein Buch, das durch zwei politische Systeme wanderte, ohne grundlegend verändert werden zu müssen.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Sehr guter Zustand, keine besonderen Mängel.</p>
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		<title>Der gestörte Kristall. Erforschte Strukturen – gestaltete Stoffe</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/der-gestoerte-kristall-erforschte-strukturen-gestaltete-stoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 11:50:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Populärwissenschaftliches Sachbuch zur Festkörperphysik aus dem Urania-Verlag Leipzig, 1979. Erich Große und Christian Weißmantel erklären, wie gezielte Kristallstörungen die moderne Mikroelektronik überhaupt erst möglich machen – von der Atomtheorie über die Kristallzucht im eigenen Badezimmer bis zum DDR-Mikroelektronikprogramm der späten 1970er Jahre. Mit Experimentieranleitungen zum Nachmachen und großformatigen Farbbildtafeln zu Naturkristallen, Edelsteinen und Spitzenforschung. Ein anschauliches Zeitdokument der DDR-Technikgeschichte, geschrieben im vollen Optimismus des Mikroelektronik-Aufbruchs von 1977. 1. Auflage, 168 Seiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Ein populärwissenschaftliches Sachbuch zur Festkörperphysik, das den scheinbaren Widerspruch im Titel zum Programm macht: Kristalle sind das Vollkommenste, was die Natur hervorbringt, doch gerade gezielte Störungen ihrer atomaren Struktur bestimmen die Eigenschaften unserer wichtigsten Werkstoffe. Von den ersten Atommodellen über die Kristallographie bis zur Mikroelektronik entfaltet das Buch, wie aus „Dreckphysik“ die Schlüsseltechnologie der Halbleiterindustrie wurde. Mit zahlreichen Experimentieranleitungen zum Selbermachen (Kristallzucht mit Einweckglas und Plattenspieler) und großformatigen Farbbildtafeln zu Naturkristallen, Edelsteinen und Spitzenforschung.</p>
<p><b>Autoren:</b> Erich Große und Christian Weißmantel, ein eingespieltes Autorenduo der DDR-Populärwissenschaft, bekannt vor allem durch das Experimentierbuch „Chemie selbst erlebt“. Weißmantel (1931–1987) war Festkörperphysiker, Inhaber des Lehrstuhls für Festkörperphysik an der TH Karl-Marx-Stadt, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR und ab 1982 Vizepräsident der Urania.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Erschienen 1979, zwei Jahre nach den Partei- und Regierungsbeschlüssen von 1977 zur forcierten Entwicklung der Mikroelektronik in der DDR. Das Buch dokumentiert die Aufbruchsstimmung dieses Programms, nennt konkrete DDR-Betriebe (VEB Halbleiterwerke Frankfurt/Oder, Kombinat Mikroelektronik, VEB Carl Zeiss Jena) und liefert damit ein anschauliches Zeitdokument der DDR-Technikgeschichte vor dem späteren Scheitern an CoCom-Embargo und Devisenmangel.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Gut. Schutzumschlag leicht berieben, sonst keine Mängel.</p>
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		<title>Zeit der Störche &#8211; von Herbert Otto</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/zeit-der-stoerche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 13:36:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Herbert Ottos Erzählung „Zeit der Störche“ (1966, Aufbau-Verlag) gehört zu den stillen Klassikern der DDR-Prosa. Eine Lehrerin und ein Bohrarbeiter begegnen sich im Wartezug — und sechs Wochen später hat keiner von beiden mehr dieselbe Haut. Otto erzählt keinen Parteiroman, sondern einen lakonischen Liebesroman, tief im DDR-Alltag der frühen 60er Jahre. 1971 verfilmt mit Heidemarie Wenzel und Winfried Glatzeder. Vorliegende 7. Auflage von 1972 mit Produktionsfehler (Kapitel 14 fehlt) — bibliographische Rarität.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Susanne Krug, Lehrerin aus Schafstädt, und Christian Smolny, Bohrarbeiter an einem Erdgas-Speicher-Projekt, begegnen sich in einem Wartezug. Aus einer zufälligen Begegnung wird in einer Urlaubswoche im Dorf Krempen eine Liebesgeschichte, die beide verändert. Herbert Ottos Erzählung zeigt zwei Menschen, die lernen, einander zu sehen — und dabei je auf ihre Weise eine Häutung durchmachen. Im Hintergrund wacht Bohrmeister Max Schlosser, der stille Vollender menschlicher Entwicklungen. Der Roman verbindet psychologische Tiefe mit einem genauen Panorama des DDR-Alltags der frühen 60er Jahre: Bohrturm, Genossenschaft, Tanzabend — und die noch offenen Wunden des Krieges.</p>
<p><b>Besonderheit dieser Ausgabe:</b> Durch einen Produktionsfehler fehlen in diesem Exemplar 16 Seiten (Kapitel 14). Ein Teil des Textes aus dem fehlenden Kapitel ist in Kapitel 13 eingewandert. Das Exemplar ist damit eine bibliographische Rarität — ein Druckfehler-Zeuge aus der DDR-Buchproduktion von 1972.</p>
<p><b>Autor:</b> Herbert Otto (1925 Breslau – 2003 Ahrenshoop) zählt zu den bedeutenden Erzählern der DDR-Literatur. Nach Kriegsdienst und sowjetischer Gefangenschaft wurde er freier Schriftsteller in Potsdam. „Zeit der Störche“ (1966) wurde in vierzehn Sprachen übersetzt und 1971 von der DEFA verfilmt (Regie: Siegfried Kühn, mit Heidemarie Wenzel und Winfried Glatzeder). Mit knapp 5,8 Millionen Kinobesuchern gehört der Film zu den erfolgreichsten DEFA-Verfilmungen überhaupt.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Der Roman erschien 1966 im Aufbau-Verlag und ist in den frühen 1960er Jahren angesiedelt. Otto schreibt kein ideologisches Lehrstück, sondern einen psychologischen Liebesroman, der zugleich ein stilles Gesellschaftspanorama ist.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Sehr gut.</p>
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			</item>
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		<title>Lehrbuch für den Berufskraftfahrer &#8211; Teil 1</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/lehrbuch-fuer-den-berufskraftfahrer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 19:57:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Staatlich verbindliches Ausbildungslehrbuch für den DDR-Berufskraftfahrer, erschienen beim VEB-Verlag transpress in fünfter Auflage (Druckjahr Oktober 1980). Auf 321 Seiten behandeln Dipl.-Ing. Helmut Ehlers, Ing. Hans-Joachim Mateka und Gewerbeoberlehrer Karl-Heinz Wilhelm alle Bereiche der Fahrzeug- und Motorenkunde: Fahrwerk, Verbrennungsmotor, Kraftübertragung, elektrische Anlage, Störungssuche und Kraftstoffverbrauch. Durchgängig mit konkreten DDR-Fahrzeugen als Beispielen: Wartburg-Zweitaktmotor, IFA W50, S 4000-1 mit Dieselmotor EM 1-29, H 6 aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk Werdau. Mit 13 Schaltskizzen, Normblatt TGL 5595 und Kleinbezeichnungen für Kraftfahrzeuge im Anhang. Ein Primärdokument der DDR-Fahrzeugindustrie und Berufsausbildung um 1970 — und Zeugnis der planwirtschaftlichen Lehrbuchtradition.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Umfassendes Ausbildungslehrbuch für den DDR-Berufskraftfahrer in sieben Kapiteln. Das erste Kapitel führt in die Geschichte des Kraftfahrzeugs ein: von Cugnots Dampfwagen 1770 über das englische Red Flag Law, das Dampfkraftwagen ein halbes Jahrhundert lang auf vier Stundenkilometer drosselte, über die Eisenbahnlobby des 19. Jahrhunderts bis zur Motorisierung der DDR in den 1960er Jahren. Kapitel zwei behandelt das Fahrwerk: Rahmentypen (Kasten-, Mittel-, X-Rahmen), Federung, Starr- und Pendelachsen, Bereifung, Bremsen einschließlich Druckluft-Zweikreisbremse, automatische Anhängerbremse und Wirbelstrombremse sowie Lenkung mit Lenkhilfe. Kapitel drei erklärt den Verbrennungsmotor: Viertakt-Otto und Viertakt-Diesel im Vergleich, Schmierung, Kühlung (Luft- und Wasserkühlung, Thermostat, Thermosyphon), Vergaser und Kraftstoffeinspritzung. Kapitel vier behandelt die Kraftübertragung: Einscheiben- und Zweischeibenkupplung, synchronisiertes Wechselgetriebe mit Klemmrollenfreilauf, Gelenkwelle und Ausgleichgetriebe. Kapitel fünf deckt die elektrische Anlage ab: Batterien, Gleichstromlichtmaschine mit IKA-Regler, Schraubtrieb- und Schubtriebanlasser, Batterie- und Magnetzündung, Beleuchtungs- und Signalanlage, Scheibenwaschanlage. Kapitel sechs liefert ein systematisches Schema zur Störungssuche an allen Fahrzeugbaugruppen. Das siebte Kapitel schließt mit der Physik des Fahrens: Rollwiderstand nach sieben Fahrbahnkategorien (Asphalt bis Sandboden, Faktor 30 zwischen den Extremen), Luftwiderstand, Steigungswiderstand, Leistungsbedarf, Kraftstoff-Normverbrauch und spezifischer Dieselverbrauch mit Übungsaufgaben. Im Anhang: Leitungs-Farbkennzeichnung nach TGL 5595, Kleinbezeichnungen für Kraftfahrzeuge, 13 Schaltskizzen.</p>
<p><b>Autoren:</b> Dipl.-Ing. Helmut Ehlers schreibt Fahrwerk und Elektrische Anlage, Ing. Hans-Joachim Mateka Motor und Kraftübertragung, Gewerbeoberlehrer Dipl.-Ing. Ök. Karl-Heinz Wilhelm Einführung und das Schlusskapitel zu Leistung und Verbrauch. Die drei akademischen Grade spiegeln die Ordnung der DDR-Ingenieursausbildung: ingenieurswissenschaftliche Theorie, werkstattnahe Praxis und ökonomisch-pädagogische Einordnung.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Der Berufskraftfahrer wurde 1967 als eigenständiger DDR-Ausbildungsberuf eingerichtet, ausschließlich im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung und mit vollwertigem Facharbeiterzeugnis. Das Lehrbuch erschien erstmals 1970 und erlebte mindestens fünf Auflagen; das vorliegende Exemplar stammt aus dem Druckjahr Oktober 1980. Als Beispielfahrzeuge dienen durchgängig konkrete DDR-Produkte: Wartburg-Zweitaktmotor, IFA-LKW S 4000-1 mit Dieselmotor EM 1-29, IFA W50 und der ältere H 6 aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk Werdau. Die Normierung nach TGL 5595 verweist explizit auf die westdeutsche DIN 72 551 als Vorlage. Das Buch ist damit nicht nur Ausbildungsmedium, sondern ein detailliertes Inventar der DDR-Fahrzeugindustrie um 1970. Von der Staatlichen Plankommission als verbindliches Pflichtlehrbuch für die Ausbildung von Facharbeitern für Verkehrsberufe erklärt.</p>
<p><b>Verlag:</b> transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin. 5. Auflage 1970 (Druck 10/80). Lizenz-Nr. VLN 463. Druckgenehmigung-Nr. 925/74/70. Druckerei der Wertpapiere, Halle (Saale).</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> gut. Einband etwas fleckig – siehe Foto.</p>
<p><b>Format:</b> ca. 321 Seiten + Anhang (3 Anlagen, 13 Schaltskizzen) · Hardcover · transpress 1970 (Druck 10/80) · ddrbuch.de</p>
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			</item>
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		<title>Kein Ort. Nirgends &#8211; von Christa Wolf</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/kein-ort-nirgends/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 06:19:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Christa Wolfs Erzählung von 1979 inszeniert ein fiktives Treffen zwischen Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode — eine Begegnung, die nie stattfand und die Wolf offen als „erwünschte Legende“ bezeichnet. In einer Teegesellschaft am Rhein und auf einem kurzen Abendspaziergang entfaltet sie eine Doppelstudie zweier Außenseiter, die einander erkennen, ohne sich retten zu können. Die 1. Auflage 1979 im Aufbau-Verlag erschien im selben Jahr wie das Manuskript und ist das bibliophil interessanteste Dokument dieses Textes — entstanden unmittelbar nach Wolfs Parteistrafe im Gefolge der Biermann-Ausbürgerung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Christa Wolfs Erzählung inszeniert ein fiktives Treffen zwischen Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode an einem Junitag 1804 in Winkel am Rhein. Die Begegnung hat nie stattgefunden — Wolf nennt sie offen eine „erwünschte Legende“. Was sie in diesem erfundenen Nachmittag entfaltet, ist eine Doppelstudie zweier Außenseiter: Kleist, gerade aus psychiatrischer Behandlung entlassen, das Guiscard-Manuskript verbrannt, auf der Suche nach einem Ort, an dem er sein kann, was er ist. Günderrode, Stiftsdame und Dichterin unter dem Pseudonym Tian, die einen Dolch im Pompadour trägt und ihren eigenen Tod mit erschreckender Nüchternheit eingeplant hat. In einer Teegesellschaft mit Brentanos, Savigny und Esenbecks bewegen sich beide am Rand — und finden auf einem kurzen Abendspaziergang das einzige Gespräch, das je zwischen ihnen möglich gewesen wäre.</p>
<p><b>Autorin:</b> Christa Wolf (1929–2011) gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der DDR. Nach dem Durchbruch mit <i>Der geteilte Himmel</i> (1963) und <i>Nachdenken über Christa T.</i> (1968) markiert <i>Kein Ort. Nirgends</i> den Übergang zu ihrem mythisch-historischen Schreiben, das in <i>Kassandra</i> (1983) und <i>Medea. Stimmen</i> (1996) fortgesetzt wird. Wolf war Mitunterzeichnerin des Biermann-Protests von 1976 und erhielt dafür eine Parteistrafe. Das vorliegende Buch erschien 1979 — in unmittelbarer Nähe zu diesem biographischen Einschnitt.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Die 1. Auflage erschien 1979 im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, drei Jahre nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns und in einem kulturpolitischen Klima, in dem zahlreiche DDR-Schriftsteller das Land verließen. Wolf wählte die historische Maskerade als literarisches Verfahren, um das Unsagbare sagbar zu machen. Die vorliegende Erstausgabe erschien im selben Jahr wie das Manuskript entstand und ist damit das nächste erhältliche Dokument zur Entstehungssituation des Textes.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Sehr gut. Kaum Gebrauchsspuren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wohnungs-ABC. Rat, Pflege, Selbstbau, Reparatur</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/wohnungs-abc-rat-pflege-selbstbau-reparatur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 11:03:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[DDR-Wohnratgeber-Lexikon von Werner Hirte und Christine Hüber, Verlag für die Frau Leipzig, 2. Auflage 1978. Auf 295 Seiten vereint der Band Raumgestaltung, Farbpsychologie, Möbelkunde, Stilgeschichte und ein vollständiges Heimwerker-Lexikon — von der Schwalbenschwanzzinkung bis zum Goldenen Schnitt. Hervorgegangen aus Hirtes erfolgreichem "Möbel-ABC" (1970), gehört das "Wohnungs-ABC" zu den umfassendsten und am sorgfältigsten gestalteten Wohnratgebern aus DDR-Produktion. Mit Illustrationen von Christine Hüber und Wolfgang Würfel. Gedruckt in der Offizin Andersen Nexö, Leipzig.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Das „Wohnungs-ABC“ von Werner Hirte und Christine Hüber ist eines der umfassendsten Wohnratgeber-Lexika aus DDR-Produktion. Auf 295 Seiten behandelt es in alphabetischer und thematischer Gliederung alle Aspekte des Einrichtens, Pflegens und Selberbauens: von der Möbelkunde und Raumgestaltung über Farbpsychologie und Stilgeschichte bis hin zu einer vollständigen Heimwerker-Systematik mit Holzverbindungslehre, Glasschneiden, Furnieren und Tapezieren. Das Buch geht aus dem erfolgreichen „Möbel-ABC“ desselben Autors (Leipzig 1970) hervor und erweitert dessen Konzept zur umfassenden Wohnkunde.</p>
<p><b>Aufbau:</b> Fünf Kapitel gliedern den Band: Räume und ihre Gestaltung (Wohnbeispiele, Farbgebung, Beleuchtung, Musterkunde), Möbelkunde (Stilmöbel, Polstermöbel, Schlaf- und Kinderzimmermöbel), Pflege und Reinigung (Oberflächen, Textilien, Böden), Pflanzen in der Wohnung sowie ein ausführliches Handwerks-Lexikon von A wie „Anreißen“ bis Z wie „Zinkenverbindung“. Die technischen Abschnitte sind mit präzisen Strichzeichnungen und orangefarbenen Detailkreisen illustriert.</p>
<p><b>Autoren und Gestaltung:</b> Werner Hirte war einer der renommiertesten Sachbuch-Autoren im Verlag für die Frau; Christine Hüber zeichnet als Mitautorin und Illustratorin verantwortlich. Die Buchgestaltung lag in Händen von Wolfgang Würfel, dessen charakteristische Schwarz-Orange-Bildsprache das visuelle Gesamtbild prägt. Gedruckt in der Offizin Andersen Nexö, Leipzig. Lektorat: Johanna Ludwig.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Der Verlag für die Frau, Leipzig, war der einzige DDR-Verlag für Ratgeberliteratur und wurde 1971 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet. Das „Wohnungs-ABC“ erschien in einer Zeit, in der das Wohnungsbauprogramm der DDR zwar neue Plattenbausiedlungen schuf, das Angebot an Möbeln und Einrichtungsgegenständen jedoch weit hinter der Nachfrage zurückblieb. Das Buch adressierte diese Lücke, indem es seine Leserinnen und Leser zur handwerklichen Selbstermächtigung anleitete.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Gut. Schutzumschlag berieben, Buchblock und Innenseiten sauber und ohne Einträge.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Krawitter Krawatter das Stinchen das Minchen</title>
		<link>https://shop.ddrbuch.de/produkt/krawitter-krawatter-das-stinchen-das-minchen-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Sonntag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 07:51:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Klassiker der DDR-Kinderbuchliteratur von 1973. Herbert Friedrichs Geschichte vom pflichtbewussten Hahn Krawitter und den schlitzohrigen Mäusen Stinchen und Minchen, die unbedingt zum großen Kirschbaum jenseits des Flusses wollen. Mit den unvergesslichen Federzeichnungen von Gerhard Lahr, dem Illustrator von „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Großformatiges Bilderbuch im festen Pappeinband, 9. Auflage 1983, Der Kinderbuchverlag Berlin. Auftakt einer fünfteiligen Reihe und einer der erfolgreichsten DDR-Bilderbuchklassiker überhaupt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inhalt:</b> Im Lande Muck, gleich hinter dem großen Wald, lebt der pflichtbewusste Hahn Krawitter mit den beiden Mäusen Stinchen und Minchen. Jeden Morgen kräht er die Sonne herbei, jeden Mittag kocht er einen großen Topf Essen, jeden Abend sagt er das Wetter voraus. Als die Kirschen ausgehen, planen die drei eine Expedition zum großen Kirschbaum hinter dem Berg, jenseits des Flusses. Krawitter packt Rosinenbrot als Proviant ein – der nicht angerührt werden darf. Doch die Mäuse haben am Fluss eigene Pläne. Eine kleine Geschichte über Vorratshaltung, Pflicht und die schlitzohrige Klugheit, mit der zwei Mäuse einem Hahn das Brot abluchsen.</p>
<p><b>Autor und Illustrator:</b> Herbert Friedrich (geboren 1926) studierte am Johannes-R.-Becher-Institut in Leipzig und arbeitete ab 1961 als freier Schriftsteller in Dresden. Für sein Werk erhielt er 1966 den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis und 1973 – im Erscheinungsjahr von <i>Krawitter Krawatter</i> – den Alex-Wedding-Preis, die wichtigste DDR-Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. Die kolorierten Federzeichnungen stammen von Gerhard Lahr (1938–2012), einem der profiliertesten Illustratoren der DDR. Seinen Stil kennen viele aus <i>Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt</i> und <i>Antonella und ihr Weihnachtsmann</i> (Schönstes Buch der DDR 1969).</p>
<p><b>Besonderheit der Illustration:</b> Lahr wechselt in diesem Buch zwischen großformatigen, atmosphärischen Tableaus und kleinteiligen Comic-Panel-Sequenzen. Die monumentalen Mäuseköpfe mit halbtransparenten Bäuchen, in denen die heimlichen Gedanken sichtbar werden, gehören zu den ikonischen Bildern des DDR-Kinderbuchs. Krawitters Federkleid leuchtet je nach Stimmung in regenbogenfarbenem Schimmer, expressionistischem Flammenrot oder triumphalem Sonnengelb – eine durchdachte farbliche Choreografie über das ganze Buch hinweg.</p>
<p><b>Historischer Kontext:</b> Erstausgabe 1973 im Kinderbuchverlag Berlin. Das Buch begründete eine fünfteilige Reihe (Fortsetzungen 1980, 1982, 1984 und 1990). Allein der Titelband erlebte zwischen 1973 und 1989 mehr als zehn Auflagen – ein außerordentlicher Erfolg auch für DDR-Verhältnisse. Heute liegt das Buch nur noch im Sammelband bei Beltz vor; die großformatigen Originalausgaben des Kinderbuchverlags sind nur noch antiquarisch zu haben.</p>
<p><b>Ausstattung:</b> Fester Pappeinband, Format 27 × 18,5 cm, durchgehend farbig illustriert, ca. 30 Seiten. Handgeschriebener Titel-Schriftzug auf dem Vorderdeckel, abstrahierte Schwanzfedern als grafische Komposition auf dem Rückdeckel.</p>
<p><b>Erhaltungszustand:</b> Gut. Leichte Lese- und Gebrauchsspuren, Ecken leicht berieben. Insgesamt schönes, vollständiges Exemplar der 9. Auflage von 1983 mit fest aufgedrucktem DDR-Originalpreis (5,40 M).</p>
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